2. Essen (Deutschland / Germany) -- 09.-14.12.2012

Am 9.12.2012 sollten unsere europäischen Mitarbeiter einreisen. Versetzt warteten wir auf sie. Wir waren sehr aufgeregt und hofften, dass sich die harte Arbeit, die wir in diese eine Woche gesteckt hatten, auszahlen würde. Leider wurden wir, in Hinsicht auf das Wetter, enttäuscht und es war nasskalt an diesem Sonntag und es regnete. Die Koffer wurden durch matschigen Schnee gezogen und so kam es zu den ersten Flüchen über die Kälte, die sich in der nächsten Woche noch oft bemerkbar machen sollte.

Während wir Schüler unsere Austauschpartner vom Hotel der Lehrer oder vom Hauptbahnhof abholten und uns bemühten, ihnen trotz des Regens einen warmen Empfang zu bieten, trafen sich die Lehrer abends schon zu dem großen Willkommensessen, welches  schon zum ersten Austausch und Kennenlernen benutzt wurde.

Für uns Schüler begann das wahre Abenteuer aber erst einen Tag später. Um halb neun in der früh fanden wir uns alle zum ersten Mal zusammen. Daraufhin wurden unsere Austauschschüler auf eine Führung durch unsere Schule eingeladen, geleitet von zwei deutschen Schülerinnen, während die anderen der Dekoration unserer Aula, in der in wenigen Minuten die Willkommensrede gehalten werden sollte, den letzten Schliff verpassten.

Nachdem in der Aula dann alle einen Sitzplatz gefunden hatten, hielten unsere Schulleiterin Frau Wenning und unser Bürgermeister Herr Kehlbreier zwei Reden, die sich zum Glück als nicht besonders lang und ausschweifend entpuppten, sodass nur einige wenige die Konzentration verloren. Überhaupt wurde auch den nachfolgenden Präsentationen des 1. Kapitels und den Recherchen der einzelnen Ländern sehr aufmerksam gefolgt, was wahrscheinlich auch an der eingeschobenen Kaffeepause lag, in der wir kurz ein Stück Kuchen essen oder eine süße Spezialität der anderen Länder probieren konnten.

Unsere durch das lange Sitzen steif gewordenen Glieder konnten wir danach durch das Austesten von traditionellen Kinderspielen in der Turnhalle wieder auflockern. Zunächst gab es verschiedene Stationen, in denen wir Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele aus unterschiedlichen Zeiten mit den anderen spielten. Doch als wir am Ende immer noch Zeit hatten, kam eine unserer Lehrerinnen auf die Idee mit dem Seil-Kreisel, was mit so vielen wirklich Spaß machte.

Um 14 Uhr haben wir dann alle gemeinsam in unserer Mensa zu Mittag gegessen. Danach stand dann die erste große Exkursion auf dem Plan, nach Zeche Zollverein, die wir uns als unsere Sehenswürdigkeit ausgesucht hatten. Nach einer kurzen Besichtigung, ebenfalls von uns Schülerinnen geplant, ging es dann zu dem nächsten sportlichen Ereignis, das von manchen ersehnt und von anderen gefürchtet worden war. Dem Eislaufen, von dem man allerdings sagen kann, dass es eigentlich von allen sehr gut gemeistert wurde. Für uns Schüler war das der Abschluss des Tages, ein sehr anstrengender Tag, der uns allen aber sehr viel Spaß gemacht hat.

Der nächste Tag begann genauso früh wie der erste. Zuerst versammelte sich die ganze Truppe, immerhin 56 Leute, in unserem großen Zeichensaal 302.

In einer Powerpoint-Präsentation wurde uns  beigebracht, wie ein Comic herzustellen ist und was ein Comic überhaupt ist. Einige bekannte Beispiele dienten dem Verständnis.

Schon vorher hatte uns die Aufgabe, einen Comic zu erarbeiten, vor ungeahnte Probleme gestellt. Schließlich wurden alle Schüler in drei Gruppen aufgeteilt, die sich jeweils mit der Geschichte,  dem Zeichnen und einem Portfolio beschäftigen sollten.

Nach der Präsentation verabschiedete sich die Zeichengruppe von den anderen  und widmete sich ab nun dem Erfinden der Charaktere, während Gruppe 2 und 3 die Geschichte erfanden, was keine leichte Aufgabe war, schließlich war viel vorgegeben. Sie mussten die Geschichte außerdem nicht nur erfinden, sondern auch ein kurzes Storyboard mit Sprechblasen und Text vorbereiten, damit wir nicht zu viel Zeit verlieren würden.

Um 11 Uhr gab es wieder eine kurze Pause, doch danach arbeiteten wir weiter, bis sich um 13 Uhr wieder alle im Zeichensaal trafen, um die Ergebnisse der zweiten und dritten Gruppe vorgestellt zu bekommen. Die Geschichte sollte auf 14 große DinA3 Blätter gezeichnet und gemalt werden.

Erschöpft ließen wir uns in der Mensa zum Mittagessen nieder. Während unsere Austauschschüler dann einen Ausflug machten, die Villa Hügel besuchten und wieder eine Führung von vier unserer Schülerinnen bekamen, durften die meisten anderen eine kurze Pause einlegen.

Abends holten wir sie wieder von der Schule ab.

Der Mittwoch brach für uns wie ein normaler Schultag an. Um 8.05 Uhr in der Früh. Wir starteten mit der Auswahl unseres Logos für unser Projekt, das hatten wir nämlich noch nicht ausgewählt. Diese Logos wurden zum Teil von Oberstufenschülerinnen unserer Schule gemalt und entworfen.

Heute fingen wir endlich mit dem eigentlichen  Comic an. Die zuvor entworfenen Storyboards waren den Zeichnern dabei eine große Hilfe, trotzdem war es sehr wuselig und voll in dem Raum. Die dritte Gruppe arbeitete nun an ihrem Portfolio.

Wir arbeiteten bis zum Mittagessen wieder nur mit der kurzen Kaffeepause und waren längst nicht fertig. Auch danach arbeiteten wir noch, bis wir um halb vier Schluss machten.

Der Donnerstag kam schneller als erwartet. Uns war klar, dass das der letzte Tag war, an dem wir all die Menschen würden sehen können, die die Woche zu einem einmaligen Erlebnis gemacht hatten.

Um neun fingen wir an zu arbeiten. Heute musste alles beendet werden, die schnell verstreichenden Stunden trieben uns zur Eile an. Am Ende saßen zwei oder sogar drei Leute an einem Comicblatt und zeichneten oder malten aus. Die kurze Pause, die sonst immer noch für ein wenig Entspannung gesorgt hatte, war dieses Mal gehetzt und viel zu schnell vorbei.

Aber wir schafften es. Wir beendeten den Comic und konnten der dritten Gruppe schließlich stolz unsere Ergebnisse vorstellen, die ihr Erarbeitetes nicht minder stolz vorstellte.

Der Donnerstag bot uns danach außerdem die einzige längere Zeitspanne, in der wir unseren Austauschschülern noch andere Dinge in Essen zeigen konnten. Viele besuchten den Limbecker Platz oder den Weihnachtsmarkt, besichtigten Borbeck oder machten anderweitig Ausflüge.

Erst am Abend trafen wir wieder zusammen und verabschiedeten uns beim großen Farewell Dinner, das viele zufriedene aber traurige  Leute zurück ließ. Dabei wurden die Teilnahmeurkunden verteilt, eifrig noch Fotos geknipst und  E-Mail-Adressen ausgetauscht.

Wir verabschiedeten uns zum Teil sehr tränenreich voneinander und auch am nächsten Tag, als unsere lieben Freunde wirklich fuhren, flossen noch einige Tränen.

Abschließend kann man sagen, dass uns diese Woche mit so vielen neuen Eindrücken und Bekanntschaften immer in Erinnerung bleiben wird.

 

 

                                                                  

 

 

 

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