1. Trzebinia (Polen / Poland) -- 21.-27.10. 2012

Die erste Reise ging nach Trzebinia / Polen vom 21. bis 27. Oktober 2012
Als wir in Trzebinia  ankamen, schien die Sonne und der Himmel war blau. Es war sommerlich warm und das Laub der Blätter leuchtete in Gold- und Rottönen. Wir wurden sehr herzlich von unseren Gastfamilien empfangen und hatten am ersten Tag noch kein Programm, so konnten wir uns einleben und uns vertraut mit der Umgebung machen und erste Eindrücke sammeln.
Am Montag lernten wir auch die Schüler aus den anderen Ländern kennen. In der Schule hatten wir mehrere Stunden Zeit, um uns alle Namen einzuprägen, und stellten fest, dass alle einige Jahre älter waren als wir. Besonders ist uns in Erinnerung geblieben, dass wir einmal jemanden porträtieren sollten, der nicht aus unserem eigenen Land kam, was uns allen Spaß gemacht hat, auch wenn die meisten nicht sehr ähnlich waren.
Danach haben wir uns Präsentationen über die verschiedenen Länder und Schulen angehört und auch selbst unsere Schule vorgestellt. Schließlich haben wir in einem polnischen Restaurant zu Mittag gegessen, wir müssen allerdings sagen, dass wir als Vegetarierinnen nur  eine beschränkte Palette  polnischer Kochkunst  kennengelernt haben.
Ohne zu wissen was als nächstes passieren würde, fuhren wir mit einem Bus zu einer Kirche. Der Pfarrer hat uns auf Polnisch die Geschichte der Kirche nahegebracht (es wurde extra für alle auf Englisch übersetzt). Um uns weiter die polnische Kultur zu zeigen, haben wir in einem Gemeindehaus gegessen und konnten traditionellen Livegesang hören. Sehr beeindruckend waren auch die handgenähten und sehr aufwendigen Schürzen und Kleider und auch die gestickten Bilder und Tischdecken. Wir konnten auch alte Haushaltsgeräte sehen, die dort aufgebaut waren. Damit war der erste Tag  für uns zu Ende, wobei es uns im Nachhinein eher vorkommt, als wären es drei oder vier gewesen.
Am Dienstag sind wir von Trzebinia aus mit dem Zug nach Krakau gefahren. Dort sind wir zunächst ein wenig durch die Altstadt zum Wawel-Schloss gelaufen, um dann eine Führung durch eben dieses zu machen und dabei viel über die Geschichte des Schlosses und Polens zu erfahren. Das Wawel-Schloss war zum Beispiel lange die Residenz von den Königen und deswegen gibt es viele Geschichten und Sagen.
Wir aßen wieder in einem Restaurant, was uns höchst positiv in Erinnerung geblieben ist, um danach mit einer Fähre eine kleine Rundfahrt auf der Weichsel zu machen. Von der Fähre aus konnten wir auch den Drachen sehen, der in einer Sage um das Wawel-Schloss eine große Rolle spielt und deswegen als riesige Statue zwischen der Weichsel und dem Wawel-Schloss steht. Dieser Drache kann auch Feuer speien, was wir aber leider nur ganz kurz gesehen haben und nicht fotografieren konnten.
Eine Stunde bevor wir zurückfahren mussten, konnten wir noch in einem bekannten Krakauer Einkaufszentrum shoppen gehen. Eigentlich wollten wir in dieser Zeit Souvenirs kaufen, aber in diesem Einkaufszentrum gab es keinen Souvenirshop und so haben wir uns beide in einem kleinen Laden nur eine Tasse mit dem polnischen Adler darauf gekauft. Das war auch eine ganz witzige Geschichte, denn der Verkäufer verstand kein Englisch und deshalb mussten wir ihm mit Händen und Füßen begreiflich machen, was wir wollten. Zum Schluss des Tages ist noch zu erwähnen, dass die Rückfahrt nicht so ermüdend war wie die Hinfahrt und deswegen schneller vorbeiging.
Unser dritter Tag in Trzebinia begann mit  Präsentationen und einem Quiz über Krakau. Worauf wir uns alle schon  freuten und gespannt waren, war die groß angekündigte professionelle Kalligraphiestunde, die unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Zunächst lernten wir einfache Buchstaben mit den speziellen Stiften zu schreiben, dann sollten wir unsere Namen mit dem vorgegebenen Alphabet schreiben und letztendlich mussten wir den Anfangsbuchstaben des Satzanfangs unserer Geschichte (once upon a time) künstlerisch gestalten und einen Drachen malen.
Nach dem Essen lagen wir nicht wirklich gut in der Zeit und beeilten uns deshalb mit dem Erfinden der Geschichte, das heißt Erfinden des ersten Kapitels, und haben uns dann schnell in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe, fünf Schülerinnen insgesamt, war für die Bildausstattung des Kapitels zuständig, drei Schülerinnen und Schüler schrieben den Text mit der Hand, während eine dritte Gruppe mit den elf restlichen Schülern für den Inhalt verantwortlich war.
Der Mittwoch ist uns als besonders anstrengend in Erinnerung geblieben.
Am Donnerstag hatten wir auch schon früh am Morgen Workshops und arbeiteten wieder in den Gruppen zusammen (wobei wir zwei deutschen Schülerinnen übrigens getrennt waren). Die Schreib-Gruppe unterteilte sich noch einmal in drei kleine Gruppen, die jeweils  Anfang, Mittelteil  und  Ende auf Englisch abfassen sollten. Jede Gruppe wurde von Lehrern aus den 9 Ländern unterstützt. Wir aßen wieder in dem Restaurant zu Mittag in dem wir auch schon am Montag gegessen hatten. Dabei fiel uns auf, dass man in Polen wohl immer eine Schale Suppe vor dem eigentlichen Gericht isst. Außerdem nennt man das Mittagessen in Polen Dinner.
Das restliche Programm am Donnerstag bestand aus einer Stadtrundfahrt durch Trzebinia.  Wir besuchten zunächst ein altes Haus, welches zu Teilen an eine Burg erinnerte und von einer wunderschönen Herbstlandschaft umgeben war. Leider haben wir nichts über die bestimmt interessante Geschichte erfahren, dafür haben wir viele schöne Fotos gemacht und hatten Spaß.
Als nächstes fuhren wir zu einem alten jüdischen Friedhof, der im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört wurde.
Und als letztes besichtigten wir noch zwei kleine Museen, von denen eins die  Juden, die vor dem zweiten Weltkrieg in der näheren Umgebung gewohnt hatten, zeigte, während  das andere noch einmal die polnische Kultur zeigte. Die Stimmung war nicht unbedingt die beste, denn das Wetter schwang um und wurde schlechter. Zum Glück wurden wir für den Rest des Tages in unsere Gastfamilien entlassen.
Der Freitagmorgen begann für uns normal um neun Uhr und versprach um einiges anstrengender und heftiger als die letzten Tage zu werden, da wir bis zum Mittagessen viel von dem Mittelteil unseres ersten Kapitels noch schreiben mussten und alles musste noch einmal korrigiert und verbessert werden. Auch viele Bilder mussten noch fertig gezeichnet und dann eingescannt werden. Letztendlich haben wir es pünktlich geschafft, auch wenn wir es nicht glauben konnten.
Nach dem Mittagessen (was wieder mit Suppe begann) fuhren wir mit dem Bus nach Wieliczka um ein Salzbergwerk zu besichtigen. Es sollte unser letzter Ausflug sein.
Das Bergwerk war unglaublich beeindruckend, man ging durch große Hallen, die einzig und allein aus Salz bestanden – der Boden, die Decke, die Wände. Die erste Sohle war 64 Meter unter der Erde (um dahin zu kommen, mussten wir an die 300 Stufen runter laufen).
In jeder Halle gab es Figuren die aus dem dunklen Salz gehauen waren, oder Bilder die in die Wand gearbeitet waren. In einer sehr großen und sehr schönen Halle gab es sogar Kronleuchter, die aus Salz waren. Manche Statuen waren noch nicht einmal von professionellen Künstlern gehauen worden, sondern von einfachen Minenarbeitern.
Unsere Lehrer waren bei diesem letzten Ausflug übrigens nicht dabei, sie waren schon vorher einmal dort.
Bei der Ankunft in Trzebinia wurde uns schlagartig klar, dass der Ausflug unsere letzte gemeinsame Aktivität war. Und so verabschiedeten wir uns traurig, aber mit dem Versprechen in Kontakt zu bleiben.
Am nächsten Tag mussten wir auch unsere Gastfamilien in Trzebinia zurücklassen. Als einer der letzten brachen wir auf zum Flughafen in Kattowitz. Wir mussten einige Minuten länger auf unser Flugzeug warten, dafür war unser Flug nun 15 bis 20 Minuten kürzer, als der Hinflug.
Insgesamt war diese eine Woche eine tolle Erfahrung. Wir arbeiteten problemlos mit so vielen Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen, alle haben sich gut verstanden und neue Freundschaften geschlossen. Wir werden immer sehr glücklich und fröhlich werden, wenn wir an unsere Zeit in Polen denken.

 

 

 

Sunday

When we arrived in Trzebinia, the sun was shining and the sky was blue. It was summery and the leaves of the trees were shimmering in golden and red shades. We were warmly welcomed by our guest families, then got to know our new surrounding and gained some experience because this day we did not have any programme.

Monday

On Monday we got to know the other students from the different countries. We had several hours time to learn the names of the others and find out that the others, were “some” years older.
We also had to paint a portrait of another student who was not from our country. Everyone considered this to be funny, and the not very professional portraits are going to stay in our memory.

After we had listened to the presentations by people from every country about their school and city or country, we also gave our presentation about Germany. Finally, we ate lunch in a Polish restaurant (we have to say that we as vegetarians did not get to know all the Polish dishes).

Without knowing what would happen next, we were driven to a church with a bus. The Polish priest told us a lot about the history of the church (it was translated into English for everyone). To get to know more about the Polish culture we went to a parish house to eat there and to listen to live Polish music. The aprons and dresses which had been sewed by hand and the embodied pictures and tablecloths were impressive. We also saw domestic appliances that were used in Poland in the past. With that our first day ended seeming more like three or four days because we had seen so much.

Tuesday

On Tuesday we went from Trzebinia to Kraków by train. There, first of all we went around the old part of town and went to Wawel Castle to have a guided tour and to learn a lot about the history of Wawel Castle and Poland. So, for instance, that Wawel Castle was the residence of the Polish kings for a long time. Therefore, there still are a lot of stories and legends about the castle.

We again had lunch in a restaurant which I will remember well. After this we made a little ferry trip on the Vistula. From the ferry we saw the sculpture of the dragon that plays an important part in the legends surrounding Wawel Castle and it stands between Wawel Castle and the river Vistula. The dragon can spit fire, but unfortunately we only saw it for a few seconds so we couldn’t take a photo.

One hour before we had to drive back, we were allowed to go shopping. Actually, we wanted to buy some souvenirs, but in this shopping mall there were no souvenir shops, so we bought two cups with the Polish flag in a very little shop. That was also a very funny event because the seller couldn’t speak English and so we had to show him with our hands and feet what we wanted to buy.

Wednesday

Our third day in Trezebina began with some presentations and a quiz about Kraków, which was very difficult. We looked forward to the professional calligraphy lesson and we were very excited about it. It turned out to be even better than expected. First we learned to write simple letters, then we had to write our name with the given alphabet and then, finally, we had to artistically decorate the first letter of the first sentence of our story (once upon a time) with a dragon.

After lunch we were a bit late with our work, so we hurried up with the invention of our story, that is to say, the invention of the first chapter. We quickly made two groups. One group of five students was responsible for the pictures in the story, three students wrote the story per hand, while a third group consisting of eleven students was responsible for the content of the story. Everyone thought that Wednesday was the most strenuous day.

Thursday

On Thursday we had workshops early in the morning and we worked together in our groups again (by the way, we German students were not together). The group responsible for writing split up again into three subgroups and each group had to write either the beginning, the middle or the end in English. The teachers were in the groups too and they assisted.

We had lunch in the same restaurant like on Monday. Thereby we realized that you seem to eat a soup with every meal in Poland. Furthermore, lunch is called dinner in Poland.

After our workshops we went on a sightseeing tour through Trzebinia. At first we visited an old house, which looked in parts like an old castle. Around this house was a beautiful autumn landscape. Unfortunately, we learned nothing about the surely interesting history of the house, but we took a lot  of nice photos and we had fun.
Our next stop was an old Jewish cemetery, which was partly destroyed in the Second World War.
After this we visited two museums. One dealt with Jewish life in Trzebinia before the War, while the other gave us an insight into Polish culture.
Our mood wasn't the best, because the weather was going to be bad. Fortunately, we went to our host families for the rest of the day.

Friday

Friday morning started as usual: From nine o'clock onwards we had to work hard because we had to write middle part of chapter one again, everything had to be corrected and some pictures had to be taken and scanned until lunch. In the end we were done on time, even though we couldn't really believe it.

After lunch (it began with soup again) we went to Wieliczka by bus to visit a salt mine. This was our last excursion together. The mine was incredible and awesome: We went through big halls and everything was salt – the floor, the ceiling, the walls. We went down 300 stairs to the first level of the mine. It was 64 meters under the earth’s surface. In every hall were statues or pictures which were set in salt. In one hall were even candelabrums which were made of salt. And some statues weren't created by professional artists, but by normal miners.

Our German teachers were not with us, because they were there some time ago.

Back in Trzebinia we realized that this was the last time that we were all together. We saidly said goodbye to our new friends, but we promised to keep in touch.

Saturday

The next day we had to say goodbye to our host families too.

Our German team was one of the last onesto go to the airport in Katowice. We had to wait a few minutes for our plane, but the flight back to Germany was 15 to 20 minutes shorter than our outbound flight.

The whole week was an amazing experience. We worked together with so many different students from different cultures and countries without any problems. Everybody understood the others well and everybody made new friends. We will always be very happy, when we remember our time in Poland.

29.10.2012 Marie und Luisa