Jászberény (Ungarn / Hungary) - 06.-12.02.2011

8. Comenius-Treffen in Ungarn

Wohin gehören Gulasch und Paprika, Husaren und Puszta? Natürlich nach Ungarn!

Das konnten die Comenius-Reisenden des MGB während ihres Aufenthaltes in Jászberény nachprüfen. Zur Delegation, die die Comenius-Gruppe dort vom 6. bis 10. Februar 2011 vertrat, gehörten Louise, Judith, Frau Stadler und Frau Gemein.

Das Thema des Treffens war „Karneval in 10 europäischen Ländern“ (die Partnerschule in Southampton hatte niemanden geschickt). Außerdem waren weitere Schwerpunkte das Kennenlernen der ungarischen Kultur sowie die Zusammenarbeit von zehn Nationen  in Workshops und Arbeitsgesprächen. 

Hier der Bericht von Louise:

Am Sonntag, den 06.02.2011, kamen wir um 18 Uhr an der Bushaltestelle in Jászberény an. Wir wurden von unseren ungarischen Partnern abgeholt. Im Internat der Schule trafen wir die ungarischen und spanischen Schüler, mit denen wir am Abend in einen Pub („Österhäd“) gingen.

Am Montag wurde das achte Comeniustreffen im Restaurant der Schule eröffnet. Wir bekamen Geschenke und erfuhren etwas über den Karneval in Ungarn. Anschließend wanderten wir durch den Ort zum Rathaus, wo wir dem Bürgermeister Gastgeschenke überreichten und im Ratssaal Fotos machten. Nach dem Essen haben wir das Volksmuseum und die Bibliothek in Jászberény besucht, während die Lehrer die Treffen in Litauen, Italien und Griechenland vorbereiteten. Am späten Nachmittag führte eine Folkloregruppe ein getanztes Theaterstück auf, das den Karneval in Ungarn darstellte. Wir aßen und tranken ungarische Karnevalsspezialitäten – dort gibt es auch Mutzen – und konnten in Workshops Spielsachen basteln, die früher die Bauernkinder aus Stoff und Maisblättern herstellten. Nach dem Abendessen gingen wir mit den Ungarn, Spaniern und Italienern zum Bowling und die Lehrer tanzten in einem Weinkeller.

Am Dienstag stiegen wir alle morgens früh in den Bus nach Budapest. In Budapest hatten wir erst eine Stadtbesichtigung: Heldenplatz, Andrassy Boulevard, Stephansdom,  Parlament und Fischer Bastion. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Bei unserem Spaziergang durch die „váci utca“, eine Shoppingstraße, haben wir die polnischen Mädchen verloren aber auch gleich wiedergefunden. Um 16 Uhr ging es zurück nach Jászberény. Nach dem Abendessen trafen wir uns alle im Volkstanzhaus, wo uns wieder ein Volkstanz gezeigt wurde, den wir anschließend mit viel Spaß und Schwindel im Kopf lernen mussten.

Am Mittwoch haben wir die Präsentationen über Karneval in den verschiedenen Ländern angeguckt. Es war erstaunlich, wie ähnlich Europäer aus ganz entfernten Gegenden dieses Fest feiern: entweder wird der Winter ausgetrieben oder vor der Fastenzeit noch einmal richtig gefeiert. In vielen Ländern sieht man Umzüge mit Wagen, die sich meistens über die Politik lustig machen.  Danach haben wir das neue Tourist Center von Jászberény besucht. Wir erfuhren etwas über Geschichte, Bräuche, bedeutende Persönlichkeiten – zum Teil in Husarenuniformen - und Landschaften der Provinz Jászság. Mittags gab es endlich ungarisches Gulasch, ein Gericht aus Rindfleisch, das Männer im Freien über einem offenen Feuer stundenlang zubereiten. Nachmittags konnte man ins Thermalbad gehen, den Ort erkunden, schlafen oder sich auf den Abschiedsabend vorbereiten.

 Im Schulrestaurant trafen wir wieder auf das ungarische Lehrerkollegium und den Bürgermeister. Wir hörten von Schülern einstudierte Musikstücke, sahen Volkstanz, bekamen Geschenke und mussten dann den Saal verlassen, der zu klein war, um Schülern und Erwachsenen Platz zum Essen zu bieten. Wir bekamen in einem anderen Raum Sandwiches. Da wir alle noch Hunger hatten,  haben wir unseren Abschiedsabend in einem gemütlichen Restaurant beendet.

Nach einer viel zu kurzen Nacht, packten wir am Donnerstag unsere Taschen, verabschiedeten uns und nahmen um 9 Uhr den Bus nach Budapest. Dort haben wir noch einen langen Spaziergang vom Bahnhof bis zur Donau gemacht. Um 22 Uhr landeten wir wieder in Düsseldorf.

Übereinstimmend haben wir die große Gastfreundschaft der Schüler und Lehrer unserer ungarischen Partnerschule bewundert. Trotz einiger Verständigungsschwierigkeiten hatten wir viel Spaß miteinander. Die Arbeitstreffen haben allerdings gezeigt, dass Denken und Verstehen der einzelnen Partner sehr von der jeweiligen historischen und politischen Vergangenheit geprägt sind und dadurch häufig Missverständnisse entstehen. Es wird noch lange dauern, bis das nationale Denken mit einem gemeinsamen europäischen Denken verbunden ist. Comenius ist ein kleiner Schritt in diese Richtung.

 

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8th Comenius-Meeting in Hungary

Where do goulash, paprika, hussar and puszta belong to? Of course to Hungary!

On their trip to Jászberény the MGB’s Comenius girls and teachers could find that out. The delegation, consisting of Judith Melsa (grade 11), Louise Zühlke-van Hulzen (grade 10), Mrs. Stadler and Mrs. Gemein, was in Hungary from the 6th till the 10th February 2011.

The topic of this meeting was “Carnival in 10 European countries” (the partner school in Southampton was not represented). Two sub-topics were the achievement of knowledge about the Hungarian culture and the working together of ten countries in workshops.

This is Louise's report:

On Sunday, 6th February 2011, we arrived at the bus station in Jászberény at 6 pm. Our Hungarian exchange partners picked us up. In the college we met the other Hungarian and the Spanish students and in the evening we went to a pub (called “Österhäd”) with them.

On Monday the 8th Comenius meeting was opened in the school restaurant. We got presents and they told us about Carnival in Hungary. After that we walked to the Lord Mayor's house where we gave the mayor some presents and where we took some pictures at the Council Chamber. After lunch we visited the National-Museum and the old library in Jászberény while the teachers were preparing the next meetings in Lithuania, Italy and Greece. Late in the afternoon a folk group perfomed a little play. We ate some typical Hungarian carnival food – there are also Mutzen, which we had thought were a typical German kind of doughnuts – and worked in workshops. We could produce some toys like the farmer kids did (?) After dinner the Spanish, Italian and Hungarian students went bowling with us and the teachers danced in a wine cellar.

On Tuesday morning we took the bus to Budapest. In Budapest we had a sightseeing-tour: Heroes Plain, Andrassy Boulevard, St. Stephan’s Cathedral, Parliament and Fisher Bastion. From the Fisher Bastion we had a wonderful view over the city. It was very nice. On our stroll through the “váci utca”, a shopping mile we lost the Polish girls, but - thank’s God - directly found them again. At 4 pm we went back to Jászberény by bus. After dinner we all met at the national dancehouse, where the national dance was shown. After this presentation we also learned to dance it.

On Wednesday we watched the presentations about Carnival in the diffrent countries. It is amazing how similar the origin of celebrating Carnival is in the different countries of Europe: it originates either in casting out winter or in having a big party before Lenten fast. In many countries there are parades with trucks which are almost joking about politics. After the presentations we visited the new Tourist Center of Jászberény. We got to know something about the history, custom, important people and landscapes of the province Jászág. For lunch we ate Hungarian goulash (a dish which was prepared by some men at an open fireplace). We did different things this afternoon. Some people slept, others walked in Jászberény, others got ready for the evening. In the evening we went to the school restaurant again. Some Hungarian students sang or danced for us. We got gifts and we students had to leave the school restaurant to eat sandwiches in another room. But it was not enough so we went to a restaurant.

After a really short night we packed our clothes and said good-bye to everybody. We went to the bus station and took the bus to Budapest at 9 am. In Budapest we had a long stroll from the station to the river Danube and back. At 10 pm we were back in Düsseldorf.

In unison we admired the great hospitality that was shown to us by all the students and teachers of our Hungarian partner school. Despite some problems in understanding each other, we had a lot of fun together. However, the meetings identified that the individual partners’ thinking and understanding is very much affected by the respective historical and political past and therefore frequently leads to misunderstandings. It will take a long time to connect national ideas to common European ones. Comenius is a small step into this direction.