MGB-Projektteilnahme "Jugend denkt um.welt" (Youthinkgreen)

Die Jugend muss es machen

Essener Klimabotschafterinnen des internationalen Projekts „jugend denkt um.welt“ beim nationalen Workshop in Wolfsburg.

Montagabend, 23 Uhr, in der einzigen Wolfsburger Jugendherberge. Monique Grüter, 16, Sophie Schulz, 15, und Francesca Faro, 17,  haben ihre Köpfe zusammengesteckt. Die Augen sind müde, der Geist ist wach. Sie recherchieren im Internet. Die Nachwehen eines aufregenden Tages: Welche Kritik gibt es an der deutschen Automobilindustrie? Wie grün ist VW eigentlich? Das Thema lässt sie nicht mehr los, nach diesem intensiven Tag.   

Die Schülerinnen des Mädchengymnasiums-Borbeck nehmen seit November 2011 am internationalen Projekt „jugend denkt um.welt“ teil. Weltweit werden junge Menschen zu Klimabotschaftern ausgebildet. Sie wollen den Klimawandel stoppen. Sie wollen die Gesellschaft wachrütteln. Sie wollen den Menschen zeigen, dass sie ihren Umgang mit Ressourcen und der Umwelt überdenken müssen. 

Jetzt tagen die deutschen KlimabotschafterInnen in Wolfsburg, noch bis zum 12. Februar, beim einwöchigen nationalen Workshop des wegweisenden Projektes „jugend denkt um.welt“. Unter dem Motto „Wege zu nachhaltiger Entwicklung – Jugend aktiv für ein Umdenken“ erarbeiten die Teenager mit renommierten Forschern und Klimaexperten wie zum Beispiel Professor Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und Dr. Maria Welfens vom Wuppertal Institut für Klima Strategien und Lösungsansätze für ein ökologisches Umdenken in der Gesellschaft.  

Neben den elf Klimabotschafterinnen des Mädchengymnasiums sind noch andere junge Menschen in die Autostadt gereist. 23 Schüler der Osnabrücker Ursulaschule sind gekommen. Und vier Realschüler aus Dissen sind auch dabei. Sie kamen über das Regionale Umweltbildungszentrum Lernstandort Noller Schlucht, das Träger der Initiative „jugend denkt um.welt“ ist, zum Projekt. Auch sie wollen andere Menschen erreichen und überzeugen, grüner zu werden, nachhaltig zu leben. „Wir Jugendlichen werden auf dieser Erde leben und mit den Problemen konfrontiert. Wenn wir jetzt nicht handeln, tut es keiner“, sagt Dennis Hoffmann aus der achten Klasse der Realschule Dissen.

Während Monique, Sophie und Francesca vom Mädchengymnasium spät abends über die Mobilität der Zukunft diskutieren und die Rolle der deutschen Automobilindustrie kritisch hinterfragen, aber auch ihre Fortschritte erörtern, schauen am Abend andere Schüler in ihre Notizen eines vielseitigen Tages. Viele Seiten sind es geworden. Sie waren heute zehn Stunden in der Welt von Volkswagen unterwegs. Volkswagen ist Hauptsponsor des internationalen Projektes, das in Ländern wie Brasilien, Namibia, Island, Indien und China Klimabotschafter ausbildet. Ein anderer großer Sponsor ist die Stiftung Mercator. Der Klimawandel kennt keine Grenzen, das Projekt auch nicht. VW wird auch den internationalen Workshop vom 22. bis zum 30. April in Wolfsburg beherbergen. Dann werden gut 200 junge Klimabotschafter aus der gesamten Welt zusammenkommen. „Auf dem Weg zu echten Klimabotschafterinnen stehen wir noch ganz am Anfang. Wir sind ein kleines Pflänzchen. Doch im Laufe dieses Projekts werden wir zu einem großen Baum mit vielen weitverzweigten Ästen, mit denen wir die Menschen erreichen können.“ sagt Katharina Kellner.

Katharina Kellner ist 15 Jahre alt, besucht die Jahrgangsstufe 10 des Mädchengymnasiums und blättert in den Tagesunterlagen. Der Tag begann mit Dörte Hartmann-Kerl. Sie ist verantwortlich für die Nachhaltigkeitsabteilung „Think Blue“ bei VW und zeigte Bemühungen und Projekte von Volkswagen. Fahrzeuge werden – wie bei andern Autokonzernen auch -  effizienter, sie verbrauchen weniger CO2. Doch auch VW verkauft, wie Klimabotschafter anmerkten, Fahrzeuge mit hohem Verbrauch. Am Beispiel VW wurde den Schülern klar, dass der Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie nicht immer einfach ist. Dennoch ist – nicht erst seit der in Deutschland eingeläuteten Energiewende - in der Wirtschaftswelt sehr viel in Bewegung geraten. Buchstäblich spürten die Schüler dies bei einer Testfahrt mit einem Elektroauto.

Die Klimabotschafter trafen in Wolfsburg auch auf „alte Bekannte“. In den vergangenen Monaten hatten sie Seminare beim Drehbuchautor Thomas Frick, denn die Klimabotschafter werden Werbesports, die wachrütteln sollen, mit Profis produzieren. Diese sollen dann in Kinos, im TV und im Internet laufen. Hinzu kommt ein Persönlichkeitstraining mit dem Schauspieler und Theaterpädagogen Uwe Zerbe, denn die Botschafter wollen und müssen die Massen erreichen. All dies wurde nun in Wolfsburg vertieft. Bis zum internationalen Jugendklimagipfel im Frühjahr nächsten Jahres in Berlin unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die Klimabotschafter noch einiges vor. Tim Bendzko singt in einem Erfolgssong: „Muss nur noch kurz die Welt retten“. Ganz so einfach ist die Mission der Klimabotschafter nicht.

Informationen: www.youthinkgreen.org

 

Die folgenden Schülerinnen des MGB nehmen mit besonderem Interesse und hohem Engagement an „Jugend-denkt-um.welt“ teil: Yvonne Anuth (Jgst.10), Francesca Faro (Jgst. 10), Valentina Faro (Jgst. 10), Alina Falkenberg (Jgst.10), Monique Grüter (Jgst. 10), Katharina Kellner (Jgst. 10), Melanie Marszalek (Jgst. 9), Katharina Riesterer (Jgst. 9), Laura Rudis (Jgst.10), Sophie Schulz (Jgst. 10), Krishyanthy Sritharen (Jgst.9), Franziska Bielefeld (Jgst.9), Maria Noll (Jgst.10).

Die Projektbegleitung am MGB erfolgt durch Frau Dr. Brick und Frau Pust.