Patenklasse am Grillo-Theater

Im Dezember 2016 hatten wir das Glück, als Patenklasse des Theaterstückes »Superhero« ausgewählt worden zu sein. Das freute uns alle sehr, da das Stück, das auf dem gleichnamigen Roman von Anthony McCarten basiert, sehr interessant klang.

Genauso spannend wie es klang, war es auch. Durch dieses Projekt bekam unsere Klasse die Chance, zwei Proben des Stückes mitzuerleben und somit den Entwicklungsprozess des Stückes wie auch die verschiedenen Inszenierungsstile zu sehen. Dadurch, dass wir die Möglichkeit hatten, die Proben zu besuchen, konnten wir die Veränderungen deutlich erkennen. Manche Szenen wurden mehrmals während des Übens überarbeitet und neu gestaltet – durch andere Betonung, andere Bewegungen und dergleichen. So waren vereinzelte Szenen bei unserem erneuten Besuch ganz anders aufgebaut und dargestellt als bei unserem ersten Besuch.

Diesen Prozess mitanzusehen war sehr lehrreich und gab uns die Gelegenheit, ein Stück zu begleiten und hinter die Kulissen zu schauen. Außerdem erkannten wir viele theaterspezifische Elemente, über die wir im Unterricht bereits gesprochen hatten, wieder.

Zudem durften wir auch mit den Schauspielern sprechen und zwei Mitschülerinnen haben den Hauptdarsteller Philipp Noack interviewt. Der Rest der Klasse konnte mit ihm und mit einer weiteren Schauspielerin – Ines Krug – in Form eines Gespräches nach der Aufführung, die wir uns angesehen hatten, reden. Dort konnten wir nochmal alle ungeklärten Fragen stellen und die Schauspieler nach ihrer persönlichen Meinung und Interpretation zu bestimmten Szenen zu fragen.

Bei der ersten Probe ergab sich außerdem die Möglichkeit, mit dem Regisseur Karsten Dahlem zu sprechen und ihn zu seiner Inszenierungsidee zu befragen. Dabei fragte er auch uns nach unserer Meinung.

Auch die Aufführung war eine großartige Erfahrung, da wir dort zum ersten Mal das Stück als fertige Aufführung sehen konnten. Uns fiel auf, dass sie einige Szenen erneut verändert hatten, andere jedoch so aufgeführt wurden, wie wir sie bei der ersten Probe gesehen hatten. Besonders originell fanden wir, dass die Musikunterlegung von zwei Musikern, Hajo Wiesemann und Bastian Ruppert, live auf der Bühne gespielt und somit Teil des Stücks wurden. Was uns auch besonders gut gefiel, waren die eingeblendeten Projektionen von Comiczeichnungen von Chris Brackmann.

Das Projekt »Patenklasse« war eine tolle Erfahrung und wir waren sehr glücklich, die Chance gehabt zu haben, ein Theaterstück auf diese Weise zu erleben.

von Amélie Prante

Fotos: Grillo-Theater, Martin Kaufhold